Offenes Antifa Café Gelsenkirchen: Essen Steele, was ist da los?

Do, 05.09.2019 | 19.00 Uhr

Politik

Beim Antifa Café am 5.9. wird es einen Vortrag über die Hintergründe und Entwicklung der “Steeler Jungs“ geben, einer im Essener Stadtteil Steele wöchentlich auftretende Bürgerwehr von rechten Hooligans und Neonazis.

Seit über einem Jahr “spazieren“ die selbsternannten Steeler Jungs jeden Donnerstag durch den Essener Stadtteil Steele. Diese “Jungs“ sind eine Gruppe von überwiegend Männern, die sich vor allem aus dem rechtsradikalen und gewaltbereiten Hooliganmilieu rekrutiert.
Ihre kurzen “Spaziergänge“ durch den Stadtteil mit ca. 50 bis 300 Personen werden oft von auswärtigen Nazi-/Hooligan-Gruppen und mittlerweile auch rechten Parteien (Die Rechte, NPD, AfD) unterstützt.

Erst am 1.August marschierten die “Steeler Jungs“ demonstrativ gemeinsam mit führenden Neonazis von der Partei “Die Rechte“, mit Vertretern der NPD, dem Hogesa-Sprecher aus Mönchengladbach Dominik Roeseler sowie dem Mitorganisator des extrem rechten Kampfsport-Events “Kampf der Nibelungen“ Alexander Deptolla. Für „Die Rechte“ waren u.a. der Bundesgeschäftführer Michael Brück, der Kreisvorsitzende aus Gelsenkirchen Henry Schwind und Sigfried Borchert („SS_Siggi“) dabei.

Treffpunkt vor und nach den “Spaziergängen“ ist die Sportsbar 300 im Stadtteil. Betreiber der Bar ist der Chef der Bottroper Bandidos und MMA-Kämpfer der „Alten Garde Essen“, einer bekannten Hooligan Gruppe von Rot-Weiß Essen. Auch die rechte Hooligan Musikband “Kategorie C“ aus Bremen war bereits zu einem “Ballladenabend“ in der Sportsbar300 zu Besuch.
Unter dem Deckmantel für “Sicherheit und Ordnung“ im Stadtteil sorgen zu wollen, finden “die Spaziergänge“ in der Regel ohne Sprechchöre, Transparente oder Meinungskundgebungen statt.
Alleine aber die Präsenz und das martialische Auftreten der zum Teil optisch klar als Kampfsportler erkennenbaren Männer und mehrfach wegen Gewaltverbrechen vorbestraften Neonazis entfaltet eine Atmosphäre der Einschüchterung und verbreitet Angst, insbesondere bei Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. Folgerichtig kommt es durch die “Steeler Jungs“ und ihrem Umfeld immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen, Ausspähungen politischer Gegner_innen oder Angriffen z.B. gegen Besucher_innen des Steeler Kulturzentrums Grend.

Seit August gibt es nun auch einen ähnlichen “Nazi-Hool Aufmarsch“ in Herne.
Unter dem gleichen Motto und zum Teil aus dem gleichen Personenkreis rekrutierend, treffen sich immer Dienstags selbsternannte “besorgte Bürger“ zu einem Spaziergang durch die Herner Innenstadt, bei welchem zuletzt auch offene Neonazis und Mitglieder der rechten Identitären Bewegung anwesend waren.

Ein Entwicklung, die mit Besorgnis zu beobachten ist.
In einer Infoveranstaltung wollen wir bei unserem monatlichen Antifa Café über die Entwicklung der rechten Bürgerwehren aufklären und zu den Gegenprotesten in Essen am 19. September mobilisieren.

Das Subversiv ist ab 19 Uhr geöffet, der Vortrag beginnt um 20 Uhr. Es wird wie immer leckere Snacks geben.

Schaut gern vorbei, wir freuen uns auf euch.

Weitere Infos zur Demo am 19.9.: https://steeledichein.blackblogs.org/

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